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Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

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News 

Im Schatten des Eisernen Vorhangs 

Vom 24. bis 26 Juni 2016  wird der kleine Kurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz wieder zum Mekka der Schostakowitsch-Freunde aus aller Welt: Bereits zum siebten Mal finden heuer die jährlichen Schostakowitsch Tage Gohrisch statt, die sich innerhalb kürzester Zeit als ein Festival von internationaler Ausstrahlung etabliert haben. Auch im siebten Festivaljahrgang wird das Werk Schostakowitschs durch zwei weitere Komponisten maßgeblich begleitet: zum einen durch die Musik seines Zeitgenossen Hanns Eisler, zum anderen durch zentrale Kammermusikwerke Ludwig van Beethovens. Schostakowitsch und Eisler komponierten auf unterschiedliche, aber vergleichbar vielseitige Weise im Schatten kommunistischer Diktaturen. Für beide war Beethoven – nicht zuletzt in der humanistischen Ausrichtung seiner Werke – immer ein wichtiges Vorbild, ein Fixpunkt.

Die Musik von Hanns Eisler gilt es in ihrer Vielfalt noch immer zu entdecken. Eisler, geboren 1898 in Leipzig, aber zeitlebens österreichischer Staatsbürger, studierte bei Arnold Schönberg, komponierte als Emigrant in Hollywood erfolgreich Filmmusiken, war befreundet mit Charlie Chaplin, Thomas Mann und Bertolt Brecht. Nach seiner Rückkehr nach Europa stieg er in der DDR zu hohen Ämtern auf, wandte sich aber in seinen letzten Lebensjahren, da als Kommunist ein Idealist, enttäuscht von den Doktrinen der DDR-Staatsführung ab. Mit Eisler steht in Gohrisch zum ersten Mal ein bedeutender DDR-Komponist im Fokus. Zur direkten Gegenüberstellung der drei Komponisten kommt es bereits im Eröffnungskonzert, in dem das belgische Quatuor Danel neben späten Quartetten Beethovens und Schostakowitschs auch das einzige Streichquartett Eislers vorstellt. Die Komponisten-Trias prägt auch einen Kammerabend, für den die Pianistin Anna Vinnitskaya, der Cellist Isang Enders und Matthias Wollong, 1. Konzertmeister der Staatskapelle, zu einem Trio zusammenfinden. Oder das Abschlusskonzert, das von Norbert Anger (Konzertmeister Violoncello der Staatskapelle), dem Ensemble Semper Winds Dresden (Solobläser der Staatskapelle) und dem Pianisten Michael Schöch gestaltet wird. In einer Matinee zum 70. Geburtstag des Dirigenten Michail Jurowski werden dessen „Lebenserinnerungen“ vorgestellt – die Idee zu diesem Buch wurde vor einigen Jahren in Gohrisch geboren, wo diese Präsentation nun mit Streichquartetten von Beethoven und Schostakowitsch umrahmt wird, die ein Wiedersehen mit dem Dresdner Streichquartett bringen. Eine Neuerung im Programm ist ein „Nachtkonzert“: Zu später Stunde bringen der Pianist Peter Rösel und Sebastian Herberg, Solobratschist der Staatskapelle, Schostakowitschs Violasonate und damit sein allerletztes Werk zu Gehör. Davor steht die „Mondscheinsonate“ von Beethoven auf dem Programm, die in der Violasonate bedeutungsvoll zitiert wird. Nach dem erfolgreichen „Wandelkonzert“ im Jahr 2013 lädt das Ensemble Vocal Concert Dresden in diesem Jahr ein zu einem „Wanderkonzert“ – Anlass ist der Deutsche Wandertag, der zeitgleich mit dem Festival in der Sächsischen Schweiz stattfindet. Unter freiem Himmel erklingen in Gohrisch und seiner Umgebung russische und „neue deutsche“ Volkslieder von Schostakowitsch und Eisler. 

Ergänzt wird das musikalische Programm durch einen Vortrag der Musikwissenschaftlerin Friederike Wißmann, die mit ihrer erfolgreichen Eisler-Biografie schon seit einigen Jahren für ein differenzierteres Eisler-Bild wirbt. In einer Podiumsdiskussion kommen im Anschluss auch Koryphäen wie Peter Gülke und Krzysztof Meyer sowie Peter Rösel und der Schriftsteller Uwe Tellkamp zu Wort, die – sicher auch aus eigenem Erleben – das Kunstschaffen „im Schatten des Eisernen Vorhangs“ reflektieren. Das ausführliche Programm finden Sie hier:  

Hanns Eisler © Archiv der Sächsischen Staatstheater Dresden


Dmitri Schostakowitsch © Archiv der Sächsischen Staatstheater Dresden


Symphoniekonzert eröffnet künftig die Schostakowitsch Tage

Die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch, die in diesem Jahr bereits zum siebten Mal in dem kleinen Kurort in der Sächsischen Schweiz stattfinden, haben sich längst zum alljährlichen Treffpunkt der stetig wachsenden Fangemeinde des großen russischen Komponisten aus dem In- und Ausland entwickelt. Nun hat Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter des Festivals, bekannt gegeben, dass die Schostakowitsch Tage in den kommenden Jahren regelmäßig am Donnerstag vor dem Festival mit einem Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle in der Dresdener Semperoper eröffnet werden. „Damit ist es uns endlich möglich, auch die große Symphonik Schostakowitschs, die in der Konzertscheune in Gohrisch aus Platzgründen nicht aufgeführt werden kann, im Festivalprogramm zu berücksichtigen“, schreibt Niederschlag. Bereits in diesem Jahr, am Donnerstag, 23. Juni 2016, findet am Vorabend der Schostakowitsch Tage am Königsufer Dresden ein Open Air Konzert mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Franz Welser-Möst statt. Auf dem Programm steht die Symphonie Nr. 7 in C-Dur op. 60 „Leningrader“ von Dmitri Schostakowitsch. Das Konzert steht unter dem Motto „Symphonie der Menschlichkeit“. Die Musiker der Staatskapelle Dresden wollen damit ganz bewusst ein Zeichen für Frieden und Toleranz setzen – für Werte, die in der heutigen Zeit zunehmend gefährdet scheinen.


Schostakowitsch-Sonderpreis vergeben

Bereits zum sechsten Mal hat die Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg in diesem Jahr ihren traditionellen, dem Namenspatron der Schule gewidmeten Musikwettbewerb veranstaltet. Der Aufruf zur Teilnahme richtete sich an Schülerinnen und Schüler der Musikschule, ihr musikalisches Können vor einer Jury unter Beweis zu stellen und mit ihren Mitschülern um die begehrten ersten Plätze zu wetteifern.  Ziel des alljährlichen Wettbewerbs ist, die Schülerinnen und Schüler zu besonderen musikalischen Leistungen zu motivieren, sowie die Begegnung und den Austausch von musikbegeisterten Jugendlichen, Eltern, Pädagogen und Besuchern zu fördern.


In diesem Jahr wurde der Wettbewerb für Akkordeon, Streichinstrumente, Schlagzeug und Gesang Rock/Pop/Jazz ausgeschrieben. In einem feierlichen Preisträgerkonzert präsentierten die Gewinner des Wettbewerbes am 14. April 2016  im Kulturhaus Karlshorst Ausschnitte aus ihrem anspruchsvollen Wettbewerbsprogramm. Wie in den Vorjahren wurde der Wettbewerb vom Freundeskreis der Musikschule unterstützt. In diesem Jahr brachte sich zudem erstmals die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V. ein, um die Werke des Namenspatrons der Lichtenberger Musikschule auch unter dem musikalischen Nachwuchs bekannter werden zu lassen. Sie stiftete  den Schostakowitsch-Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes des großen russischen Komponisten. Ausgezeichnet wurde der 16-jährige Elieser Kauschke, der gekonnt ein für Akkordeon transkribiertes Werk von Dmitri Schostakowitsch interpretierte und den Schostakowitsch-Sonderpreis aus den Händen von Vizepräsidentin Annette Salmon entgegennehmen konnte.

Die Fotos zeigen den Preisträger Elieser Kauschke bei seinem Vorspiel, sowie Vizepräsidentin Annette Salmon und den Direktor der Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg, Olaf Hengst, bei der Preisübergabe (Zum Vergrößern bitte anklicken; Fotos: Ronald Freytag). 


Ein leidenschaftliches Plädoyer für Frieden

Mit einem Open-Air-Konzert unter dem Titel »Symphonie der Menschlichkeit« auf dem Areal der Dresdner Filmnächte am Königsufer möchte die Sächsische Staatskapelle Dresden am 23. Juni 2016 ein Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen. Auf dem Programm steht die Symphonie Nr. 7 in C-Dur von Dmitri Schostakowitsch, die sogenannte „Leningrader Symphonie“. Entstanden im Angesicht der deutschen Belagerung von Leningrad, gilt sie bis heute als klingendes Mahnmal gegen Krieg und jede andere Form von Gewalt. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden steht Franz Welser-Möst, der Chefdirigent des Cleveland Orchestra, der damit zugleich sein Debüt am Kapellpult gibt.

Das Konzert findet am Vorabend der diesjährigen Schostakowitsch Tage Gohrisch statt, mit denen die Sächsische Staatskapelle alljährlich den Komponisten Dmitri Schostakowitsch würdigt. Moderiert wird das Konzert von Axel Brüggemann. Der Eintritt kostet 5 Euro auf allen Plätzen.

„Die Zeit der Wende im Herbst 1989 war eine Zeit des Aufbruchs. Grenzen wurden überwunden, die Welt wuchs zusammen, die Menschen glaubten an eine friedliche und gerechte Welt. Inzwischen zeigt die Welt ein anderes Gesicht: Kriege gelten wieder als taugliches Mittel des Umganges zwischen Staaten. Neue Mauern entstehen in Köpfen und Zäune an Grenzen, die längst überwunden schienen. Gewalt wird zunehmend als legitimes Mittel angesehen, Konflikte auszutragen. Musik erreicht und bewegt alle Menschen unabhängig von Herkunft und Überzeugung. Musik verbindet. Mit der Leningrader Symphonie wollen wir ein leidenschaftliches Plädoyer für Frieden erklingen lassen.“ (Bernward Gruner, Orchestervorstand der Sächsischen Staatskapelle Dresden). Ich freue mich sehr auf dieses Konzert und die erste Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die ›Leningrader Symphonie‹ ist ein Werk, dessen Mythos mich schon immer fasziniert hat. Entstanden unter widrigsten Umständen, hat diese Musik sehr schnell die Herzen der Menschen rund um den Globus erreicht. Der historische Hintergrund ist heute Geschichte – was bleibt, ist die Botschaft für Menschlichkeit und Frieden, die dem Werk eine zeitlose Gültigkeit verleiht. Diese Symphonie nun in einem solchen Rahmen in Dresden aufzuführen, einer Stadt mit einer so symbolträchtigen Geschichte, halte ich für eine wunderbare Idee.“ (Franz Welser-Möst)

  

Harry Kupfer inszeniert „Lady Macbeth von Mzensk“ in München

Dmitri Schostakowitschs Schicksalsoper „Lady Macbeth von Mzensk“ wird im Spätherbst 2016 an der Bayrischen Staatsoper in München aufgeführt. Regie der Neuproduktion führt mit Harry Kupfer einer der bedeutendsten deutschen Opernregisseure überhaupt. Die musikalische Leitung hat Stardirigent Kirill Petrenko inne, der im Herbst 2019 sein neues Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker antreten wird. Die Titelpartie singt die deutsch-italienische Sopranistin Anja Kampe. Die Premiere am 28. November wird live auf BR-Klassik übertragen. Weitere Aufführungstermine sind am 1., 4., 8. und 11. Dezember, sowie am 22. Juli 2017. Zur Website der Staatsoper: 

Einen Trailer zur Münchener Lady Macbeth-Inszenierung mit Interviews mit Harry Kupfer und Anja Kampe finden Sie in der Mediathek der Bayrischen Staatsoper: 


Ein Schrei nach Menschlichkeit

Foto: © Jochen Quast / Theater Lübeck

Als eine tragische Satire hat Dmitri Schostakowitsch seine 1932 in Leningrad uraufgeführte „Lady Macbeth“ nach der realistischen, jede idyllische Darstellung negierenden Novelle Nikolai Leskows komponiert. Längst hat sich Schostakowitschs Schicksalswerk einen herausragenden Platz auf den Bühnen der Welt erobert und zählt mittlerweile zu den meist aufgeführten Opern des 20. Jahrhunderts. Im Frühjahr 2016 zeigt das Theater Lübeck die letztlich gescheiterte Befreiungsgeschichte einer emanzipierten Kämpferin gegen eine Welt männlicher Unterdrückung. Für die Inszenierung zeichnet Jochen Biganzoli verantwortlich, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Andreas Wolf und Ludwig Pflanz, die Titelpartie singt die in Russland geborene und in New York lebende Sopranistin Irina Rindzuner. Von einem begeisterten Premierenpublikum und großartigen Leistungen von Orchester, Solisten und Chor berichten HL-live.de:   und die Kieler Nachrichten: 

Daniel Kaiser nennt die Oper, die zum ersten Mal in Lübeck gezeigt wird, auf NDR-Kultur aufwühlend und ist voll des Lobes für Interpretation und Regie. Man verlasse das Theater mit dem Kopf voller Bilder, mit dem Ohr voll praller Musik und mit dem Herzen mit einer Wehmut beim Gedanken an die Zerbrechlichkeit von Freiheit, schreibt der Rezensent.   

Auf nmz-Online lobt Joachim Lange unter anderem Jochen Biganzolis „blitzgescheite Regieeinfälle“:  

Einen „einzigen Schrei nach Wärme, nach Aufmerksamkeit, nach Menschlichkeit“ hört Peter Krause aus dieser Oper heraus, die er als eine der großartigsten und schockierendsten des 20. Jahrhunderts preist. In seiner Rezension für die Welt hebt er das „sensationelle Regiegeniestück“ Jochen Bigazolis hervor.   

Zur Website des Theaters Lübeck: ► 


Die Lebenserinnerungen eines großen Bratschisten

Fjodor Serafimowitsch Druschinin (1932 - 2007) verband eine lebenslange Freundschaft mit Dmitri Schostakowitsch. Der russische Bratschist und Komponist studierte am Moskauer Konservatorium bei Wadim Borissowski, dessen Platz im legendären Beethoven Streichquartett er ab 1964 einnahm. Das Beethoven Quartett hat fast sämtliche Streichquartette Schostakowitschs uraufgeführt, als Dank und Anerkennung für die langjährige künstlerische Zusammenarbeit und zum Zeichen der tiefen persönlichen Freundschaft hat Schostakowitsch einige seiner Quartette den Mitgliedern des Beethoven Quartetts gewidmet.  Fjodor Serafimowitsch Druschinin ist zudem Widmungsträger von Schostakowitschs letztem Werk, der Sonate für Viola und Klavier op. 147. 

Die Association Internationale „Dimitri Chostakovitch“ Paris legt nun erstmals die englische Übersetzung der Lebenserinnerungen dieses bedeutenden Künstlers und Wegbegleiters Schostakowitschs vor.  Das Buch ist ausschließlich per Bestellung bei der Association Internationale „Dimitri Chostakovitch“ erhältlich und kostet 30 Euro (inkl. Porto). Um Vorauszahlung wird gebeten an:

Philippe Uettwiller

IBAN:  FR40 3000 2008 0400 0002 0324 G07

BIC:  CRLYFRPP

Bei der Bezahlung bitte die genaue Anschrift angeben. Das Buch wird zugesandt, sobald das Geld eingegangen ist. Man kann die Bestellung per Mail ankündigen an: Emmanuel.Utwiller@chostakovitch.org  


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