Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.

Dmitri Schostakowitsch, 12. September 1906   9. August 1975


Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier


News 


Schostakowitschs Musiksprache - Kompositionstechniken und Narrative

20. Musikwissenschaftliches Symposium am 24./25. September 2021 in Berlin

  • Wegen der Corona-Pandemie und den hierdurch bedingten Einschränkungen mussten wir unser Raumkonzept nochmals überarbeiten. Alle Informationen zu unserem 20. Musikwissenschaftlichen Symposium finden Sie in unserem aktualisierten Veranstaltungsflyer. Zum Download klicken Sie bitte auf das Vorschaubild.

Schon zu Lebzeiten war der russische Komponist Dmitri Schostakowitsch eine heiß umstrittene Figur. Seine Gängelung im Stalinismus und sein später Eintritt in die Kommunistische Partei samt der Übernahme hoher Funktionärsposten in Staat und Musikverwaltung führten dazu, dass manche seine Musik als veraltet und hohl klassifizierten. Wer aber genau hinhörte, wurde immer wieder irritiert: Erschien diese Musik nicht häufig als doppelbödig? Zeichnete sie nicht die Leiden der Menschen im angeblichen Sozialismus auf? Wer war dieser Komponist hinter seiner undurchdringlichen Maske wirklich? 

In dem von Solomon Volkow 1979 in den USA unter dem Titel Testimony (Zeugenaussage) veröffentlichten angeblichen Memoiren Schostakowitschs stellte sich der alte Komponist als scharfer Kritiker des Stalinismus dar, der auch seine Musik so gehört haben wollte. Vor allem in den angelsächsischen Ländern toben deshalb die 40-jährigen „Shostakovich Wars“, in denen die Gelehrten sich etwa darüber streiten, ob Schostakowitsch „Stalins loyalster Sohn“ und seine 4. Sinfonie ein „Sowjetisches Credo“ gewesen sei. Leider ist das meist ein Krieg um Worte. Die Wahrheit ist, wie immer, sehr viel komplexer. Und wenn, dann kann sie nur in der Musik selbst gefunden werden.

In der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft hingegen haben sich nach der Wende 1990 Musiker, Musikwissenschaftler, Journalisten und Musikliebhaber zusammengefunden, um die Geheimnisse der Musik dieses faszinierenden Komponisten zu erforschen. Die Ergebnisse sind in den bisher zwölf Bänden der Schostakowitsch Studien gesammelt. Denn es ist doch die Musik, die die Menschen interessiert. Nach den Sinfonien und Konzerten waren es die Streichquartette, die international die Konzertprogramme erobert haben, und auf CD wird Schostakowitschs Schaffen auch in den anderen Genres immer breiter zugänglich. Auch bei ihrem 20. Musikwissenschaftlichen Symposium werden sich die Referenten bemühen, in die Details der Kompositionstechnik Schostakowitschs vorzudringen, um diese Musik, und damit auch ihre historische Bedeutung, besser zu verstehen.  Bernd Feuchter

  • Ausführliche Informationen zum 20. Musikwissenschaftlichen Symposium der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft finden Sie in  unserem aktualisierten Veranstaltungsflyer und auf unserer Übersichtsseite


Unser 20. Musikwissenschaftliches Symposium steht unter der Schirmherrschaft von Frau Heike Schmitt-Schmelz, Bezirksstadträtin von Charlottenburg-Wilmersdorf

 

Dmitri Schostakowitsch ohne Maske

Nirgends zeigt sich der große sowjetrussische Komponist Dmitri Schostakowitsch so unverstellt wie in den Briefen an seinen besten Freund Iwan Sollertinski, den klügsten Musikwissenschaftler Russlands. Kennengelernt hatten sie sich in Sankt Petersburg (damals Leningrad), als Schostakowitsch 20 war und Sollertinski 24. Beide klebten sofort aneinander wie die Kletten. Und wenn sie getrennt waren, schrieben sie sich Briefe oder Postkarten. Nur die von Schostakowitsch sind erhalten. Sie geben das Bild zweier brillanter junger Künstler, die sich mit Begeisterung in die aktuellen Auseinandersetzungen stürzen und dabei nicht vergessen, das Leben zu genießen. Auch so intim erleben wir Schostakowitsch sonst nirgends. Ab 1935, mit dem Stalin’schen Terror, verändert sich die Tonlage allmählich. Die beiden sind sich nicht mehr so sicher, dass Können und Argumente sich durchsetzen. Der Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion und die Einkreisung Leningrads durch die Nazitruppen trennt die Freunde: Schostakowitsch wird nach Samara (damals Kuibyschew) evakuiert, Sollertinski nach Nowosibirsk. Ein gutes Ende scheint auf, als Schostakowitsch 1943 nach Moskau zieht und dem Freund eine Professur am Moskauer Konservatorium vermittelt. Doch der durch Kriegsentbehrungen und Mobbing in der Leningrader Philharmonie geschwächte Sollertinski erliegt 1944 mit 41 Jahren einem Herzschlag. Für Schostakowitsch war das eine Katastrophe. Seine Briefe bilden ein Monument für eine große Freundschaft und geben intime Einblicke in die kulturpolitische Entwicklung der Sowjetunion.

Jetzt endlich sind die von Dmitri Sollertinski und Ljudmila Kownazkaja herausgegebenen Sollertinski-Briefe Schostakowitschs in deutscher Übersetzung von Ursula Keller und mit einem Vorwort von Bernd Feuchter, dem Präsidenten der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, versehenen Ausgabe im Wolke Verlag erschienen. Das Buch (251 Seiten, Paperback., € 36.–, ISBN: 978-3-95593-097-4) ist überall im Buchhandel erhältlich.    


Kostenloser Download unserer Schostakowitsch-Studien

Band 1


Band 2


Band 3


Band 4


Band 5


Band 6


Band 8


Band 9


Band 10


Band 11


Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft stellt ab sofort die nicht mehr im Buchhandel erhältlichen Bände ihrer Schostakowitsch-Studien zum kostenlosen Download bereit. Die Bände enthalten im Wesentlichen Vorträge, die seit 1992 im Rahmen unserer Musikwissenschaftlichen Symposien von renommierten Musikwissenschaftlern und Musikwissenschaftlerinnen gehalten wurden und stellen einen überaus wertvollen Beitrag zur internationalen Schostakowitsch-Forschung dar. Sie sind zwischen 1998 und 2014 im nicht mehr existierenden Verlag Ernst Kuhn, Berlin erschienen. Durch Anklicken des Titelbildes startet der Download des jeweiligen Bandes. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Übersichtsseite. 


Schostakowitsch als Vokalkomponist

Während seine Opern, Sinfonien und Streichquartette zum festen Repertoire der Musikinstitutionen gehören, werden Schostakowitschs Lieder leider noch immer wenig aufgeführt. Findet man sie im Internet oder hat man Aufnahmen auf Tonträgern, fehlt oft der Text, um die Musik wirklich verstehen und genießen zu können.

Dabei hat Schostakowitsch noch mehr Vokalmusik komponiert! Sehr viel mehr, als man vermuten würde. Und dazu sind die Texte noch viel schwerer aufzutreiben.

Um ein größeres Interesse an diesen Werken zu wecken, haben wir diese Sammlung der von Schostakowitsch vertonten Texte zusammengestellt, die wir Ihnen hier zum kostenlosen Download zu Verfügung stellen. Klicken Sie einfach auf die nebenstehende Vorschau. 

Unser Schostakowitsch-Textbuch ist noch im Aufbau, wird aber fortlaufend ergänzt. Vielleicht können ja auch Sie dazu beitragen? Schreiben Sie uns, wenn Sie uns noch fehlende Texte zur Verfügung stellen möchten: info@schostakowitsch.de


Das Quatuor Danel brillierte mit den Schostakowitsch-Quartetten 2 und 5. Foto: (c) Matthias Creutziger


Schostakowitsch-Tage 2021: Endlich wieder vor Publikum

Mit einem vom Publikum frenetisch beklatschten Kammerkonzert unter der Mitwirkung von Gidon Kremer, Madara Pētersone (beide Violine) und Georgijs Osokins (Klavier) gingen die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch am Nachmittag des 27. Juni 2021 zu Ende. Pandemiebedingt fand die 12. Ausgabe des bis heute einzigen Schostakowitsch-Festivals weltweit im Festspielhaus Hellerau statt. Sieben Konzerte und eine Filmvorführung mit der Deutschland-Premiere des Dokumentarfilms „A Journey of Dmitry Shostakovich“ von Oksana Dvornichenko und Helga Landauer standen vom 24. bis 27. Juni auf dem Programm des diesjährigen Festivals. Alle Konzerte waren mit annähernd 200 Besuchern nahezu ausverkauft. Neben dem Orchesterkonzert mit kapelle21 unter der Leitung von Petr Popelka begeisterten das Quatuor Danel, das Borodin Quartet, die Pianisten Yulianna Avdeeva und Dmitry Masleev sowie der Geiger Dmitry Sitkovetsky, der Cellist Friedrich Thiele und die beiden Sängerinnen Julia Sitkovetsky (Sopran) und Anna Kudriashova-Stepanets (Mezzosopran) ihr Publikum im Festspielhaus Hellerau. 

Tobias Niederschlag und die Leiterin des Moskauer Schostakowitsch-Archivs r. Olga Digonskaya_ (c) Matthias CreutzigerTobias Niederschlag und die Leiterin des Moskauer Schostakowitsch-Archivs Olga Digonskaya. Foto: (c) Matthias Creutziger

Mit dem Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch wurde die Leiterin des Moskauer Schostakowitsch-Archivs Dr. Olga Digonskaya auszeichnet, die inzwischen mehr als 300 bislang unentdeckte Manuskripte aus der Feder von Schostakowitsch ausfindig gemacht hat – darunter neun jugendliche Klavierwerke von Schostakowitsch, die nach ihrer Streaming-Premiere im Jahr 2020 nun erstmals von Yulianna Avdeeva und Dmitry Masleev vor Publikum aufgeführt wurden. Eine weitere Uraufführung von Schostakowitsch war im Konzert mit kapelle21 zu erleben, als erstmals Schostakowitschs Streichorchesterbearbeitung des langsamen Satzes aus der Klaviersonate op. 13 („Pathétique“) von Ludwig van Beethoven erklang. In ihrer Dankesrede bekannte Olga Digonskaya: „Seit ich im Jahr 2017 erstmals in Gohrisch war, hat sich eine echte Freundschaft zu Tobias Niederschlag und den Schostakowitsch Tagen entwickelt. Ich freue mich schon auf die kommenden Jahre, und ich bin sicher, in Gohrisch werden weitere Schostakowitsch-Entdeckungen ihre Premiere erleben.“

Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch: „Wir sind überglücklich darüber, dass unser Festival in diesem Jahr wieder vor Publikum stattfinden konnte! Das war so vor wenigen Wochen noch nicht absehbar. Die Konzentriertheit und Begeisterungsfähigkeit unseres Publikums sind einmalig. Das stellen auch alle Künstler fest, die zu uns kommen. Diese besondere Atmosphäre ist ganz sicher ein maßgeblicher Grund dafür, dass jedes Jahr von Neuem Weltklassekünstler ohne Honorar bei den Schostakowitsch Tagen auftreten.“

Die 13. Ausgabe der Internationalen Schostakowitsch Tage findet vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 statt, dann wieder am Ursprungsort des Festivals, in der Konzertscheune in Gohrisch.  Matthias Claudi

Einen ausführlichen Bericht von Martin Morgenstern lesen Sie auf der Seite Musik in Dresden

"Ein Mann voll Angst schreibt Mutmacher" überschreibt Michael Ernst seine Rezension in der FAZ


The Nose or the Conspiracy of Mavericks

Im Jahr 2020 hat der russische Animations- und Dokumentarfilmer Andrei Khrzhanovsky nach einem mehr als vier Jahrzehnte andauernden Schaffensprozess seinen Animationsfilm „Die Nase oder die Verschwörung der Außenseiter“ (The Nose or the Conspiracy of Mavericks) vollendet. In seiner Adaption der Gogol-Novelle „Die Nase“ und der gleichnamigen Oper Dmitri Schostakowitschs aus dem Jahr 1929 reflektiert Khrzhanovsky die Unterdrückung von Künstlern, Schriftstellern und Wissenschaftlern in der Sowjetunion unter dem Terrorregime Stalins, würdigt die großen Innovationen, die gerade von verfolgten Außenseitern wie Meyerhold oder Schostakowitsch ausgingen und verdichtet sie zu einer Hommage an die sowjetischen Künstler. Der zwischenzeitlich bereits vielfach ausgezeichnete Film kam im März 2021 in die russischen Kinos und kann über die Webseite files.fm heruntergeladen werden:

Einen kurzen Ausschnitt des Films sehen Sie hier: 




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