Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.
Dmitri Schostakowitsch, 25. September 1906  ─  9. August 1975

Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier


News  

Schweißtreibend: Beim Konzert des Quatuor Danel mit Elisabeth Leonskaya fiel die Kleiderordnung. Foto: © Oliver Killig


„Jüdische Begegnungen“ bei den 17. Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch

Entdeckungen. Und was für welche!

Von Karlheinz Schiedel

Wissen Sie, was ein Hardcore-Schostakowitsch-Fan ist? Am letzten Juniwochenende hatte man Gelegenheit, einige hundert dieser interessanten Spezies bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen in Gohrisch kennenzulernen. Tobias Niederschag, Gründer und unermüdlicher Spiritus rector des viertägigen Festivals, verlieh dem Publikum diesen Ehrentitel beim Abschlusskonzert und resümierte: „Dass unser Festival in den vergangenen Tagen wie ursprünglich geplant stattfinden konnte, grenzt an ein Wunder. Mein großer Dank gilt daher zuallererst allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern, ebenso aber auch dem Publikum und dem gesamten Team hinter den Kulissen. Niemand hat sich von den Rahmenbedingungen abschrecken lassen. Das kann man gar nicht genug hervorheben“. Weit mehr als eine Randnotiz: Der Publikumszuspruch und damit das Interesse am Werk Dmitri Schostakowitschs ist ungebrochen. Die Verantwortlichen konnten sich nicht nur über eine Auslastung von mehr als 90 Prozent freuen, sondern auch über eine Rekordeinnahme bei den Ticketverkäufen.

Es war ein in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlicher Festivaljahrgang. Beileibe nicht nur wegen der für alle Beteiligten herausfordernden klimatischen Unannehmlichkeiten. Nachdem der Freistaat Sachsen das Jahr 2026 zum „Jahr der jüdischen Kultur“ erklärt hatte, machten sich auch die Schostakowitsch Tage das Jahresmotto „TACHELES“ zu eigen – schließlich hatte Schostakowitsch den Einfluss jüdischer Musik auf sein Schaffen immer wieder betont. Die vielen „Jüdischen Begegnungen“, die die insgesamt sieben Konzerte ermöglichten, werden gewiss genauso in lebhafter Erinnerung bleiben, wie  die grandiosen Auftritte der Grand Dame des Klavierspiels und „Gohrisch-Debütantin“, Elisabeth Leonskaja. Und natürlich auch einige (Neu-)Entdeckungen, wie Krzysztof Meyers kongeniale Bearbeitung von Dmitri Schostakowitschs Violinsonate op. 134 für Violine und Orchester, die als Deutsche Erstaufführung nun endlich auch den Weg nach Gohrisch gefunden hat. Und ganz besonders drei Werke des polnisch-jüdisch-belarussischen Komponisten und Schostakowitsch-Freundes Lew Moissejewitsch Abeliowitsch, die in europäischer Erstaufführung in Gohrisch erklangen. Gut möglich, nein wahrscheinlich, dass das hochinnovative Festival in der Sächsischen Schweiz – wie zuvor schon bei Mieczysław Weinberg – einen wichtigen Beitrag zur Wiederentdeckung eines völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen osteuropäischen Komponisten leistet.

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Musiktage Mondsee 2026 vom 28. August – 5. September 2026

Schostakowitsch und Prokofjew – Komponieren in der Diktatur

Die Musiktage Mondsee widmen sich 2026 zwei der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts: Dmitri Schostakowitsch und Sergej Prokofjew. Beide prägten die Musikgeschichte nachhaltig – und beide schufen ihr Werk unter den Bedingungen von Zensur, politischem Druck und Repressionen des Stalin-Regimes. Während zahlreiche Zeitgenossen wie Igor Strawinsky oder Sergej Rachmaninow ins Exil gingen, blieben Schostakowitsch und Prokofjew in der Sowjetunion und entwickelten musikalische Strategien, um den ideologischen Vorgaben des Systems formal zu entsprechen, ohne ihre künstlerische Integrität aufzugeben.

Unter dem Motto „Schostakowitsch und Prokofjew – Komponieren in der Diktatur“ beleuchtet das Festival diese Gratwanderung zwischen Anpassung und Widerstand. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Komponisten aus dem Exil, deren Musik oftmals freier, experimenteller und avantgardistischer sein konnte. Zu hören sind Werke von Freunden, Weggefährten und musikalischen Vorbildern, die das Schaffen der beiden zentralen Protagonisten beeinflusst haben.

Ein besonderer Programmpunkt der Musiktage Mondsee 2026 ist das Familienkonzert mit Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“, einem der bekanntesten Werke der Musikgeschichte. Darüber hinaus präsentiert das Festival mit dem lettischen Komponisten P?teris Vasks einen Composer in Residence, der die Realität der sowjetischen Diktatur selbst erlebt hat und der sich in seinem Werk intensiv mit Fragen von Freiheit, Unterdrückung und Humanität auseinandersetzt. Vasks feiert 2026 seinen 80. Geburtstag.
Auch in diesem Jahr erwarten Sie hochkarätige InterpretInnen am Mondsee, darunter die international renommierten Künstler Elisabeth Leonskaja, Christian Poltéra, Esther Hoppe, Annabelle Heinen, Julian Bliss, Juho Pojonen, Celine Moinet, Michael Dangl, das Javus Quartett und viele weitere. Die Musiktage Mondsee 2026 versprechen ein inhaltlich dichtes Festival, das musikalische Meisterwerke in ihren historischen, politischen und ästhetischen Zusammenhängen erfahrbar macht.

Ausführliche Informationen zum Programm und zum Kartenvorverkauf finden sie hier  


23. Musikwissenschaftliches Symposium der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft

Schostakowitsch im geteilten Deutschland

Schostakowitsch in Berlin (Ost) im Jahr 1952. Foto: © DSCH Publishers

Vom 22. bis 24. Juni 2027 wird die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft in Verbindung mit der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden ein musikwissenschaftliches Symposium zum Thema „Schostakowitsch im geteilten Deutschland“ veranstalten. Das Symposium steht in zeitlichem und räumlichem Zusammenhang mit dem Festival der „Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch“, das am 23. Juni 2027 in Dresden eröffnet und vom 24. bis 27. Juni in Gohrisch (Sachsen) stattfinden wird. Zum Symposium ergeht hiermit ein Call for Papers mit der Einladung an interessierte Musikwissenschaftler*innen, sich für einen Vortrag im Rahmen des im Folgenden skizzierten Themenfeldes zu bewerben.

Ziel des Symposiums ist es, neue Forschungen zu den deutsch-deutschen Diskursen um die Musik Schostakowitschs zwischen 1945 und 1990 anzuregen. Bei kaum einem anderen Komponisten der akademischen (sog. „ernsten“) Musikkultur reflektieren die Auseinandersetzungen um sein Werk und dessen Interpretation so intensiv den musikkulturellen Wettbewerb der beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema ist folglich nicht nur ein Gewinn für die musikhistorische Rezeptionsforschung zu Schostakowitsch, sondern scheint in besonderem Maße dazu geeignet, den Einfluss des Kalten Krieges auf die deutsch-deutschen Musikdiskurse an einem gemeinsamen Beispiel plastisch hervortreten zu lassen.

Bisherige Arbeiten zum Thema übersteigen kaum den Rahmen eines Aufsatzes; neben zusammenfassenden Texten zur deutschsprachigen Rezeption – ohne Fokus auf den Kalten Krieg (Streller 1986, Pol’djaeva 1997, Levi 2006) – finden sich speziellere Studien zu den Schostakowitsch-Bildern der DDR-Musikwissenschaft (Gojowy 1998), der westdeutschen Avantgarde (Poldjajewa 1998, Gervink 2019) und der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft (Poldjaeva 1999). Dass darüber hinaus noch zahlreiche andere Themen der Untersuchung wert scheinen, liegt auf der Hand.

Die Organisator*innen des Symposiums bitten daher um Vorschläge für Vorträge/Präsentationen von 25 Minuten Dauer, die sich dem Oberthema und insbesondere seinen folgenden Aspekten zuordnen lassen:
• Biographische Verflechtungen (Reisen; Kontakte und Zusammenarbeit Schostakowitschs mit Akteur*innen in DDR und BRD)
• Schostakowitsch-Rezeption in Werken von Komponist*innen aus BRD und DDR
• Markante Ereignisse und Stationen der Rezeptionsgeschichte
• Künstlerische Interpretation (einzelne Werke, Werkgruppen; einzelne Musiker*innen/Ensembles, Aufführungen und Aufnahmen)
• Publizistische Interpretation (Schostakowitsch in Musikkritik, Musikwissenschaft und anderen Diskursen)
• „Dissidentische Lesarten“ vor und nach Volkow: die Memoiren als Gamechanger?
• usw.

Dorothea Redepenning, Alexander Gurdon und Stefan Weiss (für das Präsidium der Schostakowitsch-Gesellschaft); Wolfgang Mende (für die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden)

Den Call for Paper (inkl. Literaturhinweise) im pdf-Format finden Sie hier zum downloaden:


Neue Schostakowitsch-Website von Jakob Knaus online

Schostakowitschs Sinfonien sichtbar gemacht

Jakob Knaus, in St. Gallen geborener Musikwissenschaftler, Publizist, langjähriger Kultur- und Musikredakteur beim Schweizer Radio DRS2, von 1969 bis 2011 Präsident der Janáček-Gesellschaft und seit einigen Jahren höchst aktives Mitglied unserer Gesellschaft hat nun ein Herzensprojekt zum (vorläufigen) Abschluss gebracht und seine Website mit visualisierten Hörhilfen und sachkundigen Einführungen zu allen 15 Sinfonien Dmitri Schostakowitschs freigeschaltet.

Sehr anschaulich stellt der ausgewiesene Schostakowitsch-Kenner, der schon unsere drei letzten Musikwissenschaftlichen Symposien mit seinen ebenso spannenden wie kenntnisreichen Beiträgen bereichert hat, sämtliche Sinfoniesätze mittels Oszillogramme grafisch dar, wodurch deren akustisch-dynamischer Ablauf unmittelbar sichtbar wird. Zusammen mit zahlreichen Hinweisen zur musikalischen Struktur, zur Zitattechnik, Querverweisen zu anderen Werken, das Aufzeigen „versteckter Motive“ (Internationale, Happy Birthday to you, etc.) und anderes mehr, eröffnen sie nicht nur einen völlig neuen Zugang zum symphonischen Schaffen des Komponisten, sondern stellen sie auch einen wichtigen Beitrag zu einem tieferen Verständnis von Leben und Werk Dmitri Schostakowitschs dar. Unbedingt empfehlenswert! Zur Webseite: 

Kostenloser Download unserer Schostakowitsch-Studien

 

Band 1

 


Band 2



Band 3

 


Band 4


Band 5


Band 6


Band 8


Band 9


Band 10


Band 11


Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft stellt ab sofort die nicht mehr im Buchhandel erhältlichen Bände ihrer Schostakowitsch-Studien zum kostenlosen Download bereit. Die Bände enthalten im Wesentlichen Vorträge, die seit 1992 im Rahmen unserer Musikwissenschaftlichen Symposien von renommierten Musikwissenschaftlern und Musikwissenschaftlerinnen gehalten wurden und stellen einen überaus wertvollen Beitrag zur internationalen Schostakowitsch-Forschung dar. Sie sind zwischen 1998 und 2014 im nicht mehr existierenden Verlag Ernst Kuhn, Berlin erschienen. Durch Anklicken des Titelbildes startet der Download des jeweiligen Bandes. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Übersichtsseite. 


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