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Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.
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News
„Jüdische Begegnungen“ bei den 17. Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch
Entdeckungen. Und was für welche!
Von Karlheinz Schiedel
Wissen Sie, was ein Hardcore-Schostakowitsch-Fan ist? Am letzten Juniwochenende hatte man Gelegenheit, einige hundert dieser interessanten Spezies bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen in Gohrisch kennenzulernen. Tobias Niederschlag, Gründer und unermüdlicher Spiritus rector des viertägigen Festivals, verlieh dem Publikum diesen Ehrentitel beim Abschlusskonzert und resümierte: „Dass unser Festival in den vergangenen Tagen wie ursprünglich geplant stattfinden konnte, grenzt an ein Wunder. Mein großer Dank gilt daher zuallererst allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern, ebenso aber auch dem Publikum und dem gesamten Team hinter den Kulissen. Niemand hat sich von den Rahmenbedingungen abschrecken lassen. Das kann man gar nicht genug hervorheben“. Weit mehr als eine Randnotiz: Der Publikumszuspruch und damit das Interesse am Werk Dmitri Schostakowitschs ist ungebrochen. Die Verantwortlichen konnten sich nicht nur über eine Auslastung von mehr als 90 Prozent freuen, sondern auch über eine Rekordeinnahme bei den Ticketverkäufen.
Ein außergewöhnlicher Festivaljahrgang
Es war ein in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlicher Festivaljahrgang. Beileibe nicht nur wegen der für alle Beteiligten herausfordernden klimatischen Unannehmlichkeiten. Nachdem der Freistaat Sachsen das Jahr 2026 zum „Jahr der jüdischen Kultur“ erklärt hatte, machten sich auch die Schostakowitsch Tage das Jahresmotto „TACHELES“ zu eigen – schließlich hatte Schostakowitsch den Einfluss jüdischer Musik auf sein Schaffen immer wieder betont. Die vielen „Jüdischen Begegnungen“, die die insgesamt sieben Konzerte ermöglichten, werden gewiss genauso in lebhafter Erinnerung bleiben, wie die grandiosen Auftritte der Grand Dame des Klavierspiels und „Gohrisch-Debütantin“, Elisabeth Leonskaja.
Und natürlich auch einige (Neu-)Entdeckungen, wie Krzysztof Meyers kongeniale Bearbeitung von Dmitri Schostakowitschs Violinsonate op. 134 für Violine und Orchester, die als Deutsche Erstaufführung nun endlich auch den Weg nach Gohrisch gefunden hat. Eine besondere und überaus erfreuliche Überraschung war die Qualität und Originalität dreier Werke des polnisch-jüdisch-belarussischen Komponisten und Schostakowitsch-Freundes Lew Moissejewitsch Abeliowitsch, die in europäischer Erstaufführung in Gohrisch erklangen. Gut möglich, nein wahrscheinlich, dass das hochinnovative Festival in der Sächsischen Schweiz – wie zuvor schon bei Mieczysław Weinberg – einen wichtigen Beitrag zur Wiederentdeckung eines völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen osteuropäischen Komponisten leistet.
23. Musikwissenschaftliches Symposium der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft
Schostakowitsch im geteilten Deutschland
Vom 22. bis 24. Juni 2027 wird die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft in Verbindung mit der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden ein musikwissenschaftliches Symposium zum Thema „Schostakowitsch im geteilten Deutschland“ veranstalten. Das Symposium steht in zeitlichem und räumlichem Zusammenhang mit dem Festival der „Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch“, das am 23. Juni 2027 in Dresden eröffnet und vom 24. bis 27. Juni in Gohrisch (Sachsen) stattfinden wird.
Ziel des Symposiums ist es, neue Forschungen zu den deutsch-deutschen Diskursen um die Musik Schostakowitschs zwischen 1945 und 1990 anzuregen. Bei kaum einem anderen Komponisten der akademischen (sog. „ernsten“) Musikkultur reflektieren die Auseinandersetzungen um sein Werk und dessen Interpretation so intensiv den musikkulturellen Wettbewerb der beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema ist folglich nicht nur ein Gewinn für die musikhistorische Rezeptionsforschung zu Schostakowitsch, sondern scheint in besonderem Maße dazu geeignet, den Einfluss des Kalten Krieges auf die deutsch-deutschen Musikdiskurse an einem gemeinsamen Beispiel plastisch hervortreten zu lassen.
Organisation: Dorothea Redepenning, Alexander Gurdon und Stefan Weiss (für das Präsidium der Schostakowitsch-Gesellschaft);
Wolfgang Mende (für die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden)
Kostenloser Download unserer Schostakowitsch-Studien
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Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft stellt ab sofort die nicht mehr im Buchhandel erhältlichen Bände ihrer Schostakowitsch-Studien zum kostenlosen Download bereit. Die Bände enthalten im Wesentlichen Vorträge, die seit 1992 im Rahmen unserer Musikwissenschaftlichen Symposien von renommierten Musikwissenschaftlern und Musikwissenschaftlerinnen gehalten wurden und stellen einen überaus wertvollen Beitrag zur internationalen Schostakowitsch-Forschung dar. Sie sind zwischen 1998 und 2014 im nicht mehr existierenden Verlag Ernst Kuhn, Berlin erschienen. Durch Anklicken des Titelbildes startet der Download des jeweiligen Bandes. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Übersichtsseite. ►
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