22.12.2010 Verleihung der zwei ersten Ehrenmitgliedschaften

 

Seit Herbst 2010 hat die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft vier neue Ehrenmitglieder: die Witwe des Komponisten Frau Irina Schostakowitsch und drei Dirigenten, deren künstlerische Tätigkeit eng mit dem Schaffen des großen russischen Komponisten verbunden war: Rudolf Borissowitsch Barschai, Gennadi Nikolajewitsch Roschdestwenski und Kurt Sanderling.


Im November 2010 bei den "Rencontres mit Krzysztof Meyer" im Pariser "Centre International de Documentation Dimitri Chostakovitch" wurde Frau Irina Schostakowitsch die Urkunde der Ehrenmitgliedschaft überreicht. Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft wollte somit Frau Schostakowitsch für deren herausragenden Verdienste um die Popularisierung und Verbreitung der Werke Schostakowitschs auszeichnen. Das von ihr großartig eingerichtete Dokumentationszentrum in Paris ist öffentlich zugänglich, enthält eine Fülle von Dokumenten, die von den CD-Einspielungen über die Fachliteratur bis zu den Faksimiles der Partituren reicht, und verfügt über einen schönen kleinen Konzertsaal, wo Konzerte regelmäßig organisiert werden. Ein Besuch ins Centre de Documentation Chostakovitch lohnt sich allemal. Frau Irina Schostakowitsch hat sich über die Auszeichnung sehr gefreut.


Der deutsche Dirigent Kurt Sanderling (*1912) ist neben dem 2002 verstorbenen Günter Wand der letzte direkte Nachfahre der deutschen romantischen Schule. Er engagierte sich besonders für Werke Gustav Mahlers, Dmitri Schostakowitschs und von Johannes Brahms. Mit Schostakowitsch war er bis zu dessen Tod 1975 eng befreundet.
Krzysztof Meyer, Präsident der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, hat am 22. Dezember 2010 Kurt Sanderling besucht und ihm die Urkunde der Ehrenmitgliedschaft überreicht. Das Treffen fand in seinem Berliner Haus statt, in einer außerordentlich netten Atmosphäre. Der große Künstler zeigte sich von der Auszeichnung berührt und beim langen Gespräch erzählte sein Engagement und seine Liebe zur Schostakowitschs Musik. Mit großer Leidenschaft sprach er über seine Lieblingswerke, sowie über die persönlichen Kontakte mit dem Komponisten. Die Gedanken und Meinungen des 99-jährigen Künstlers waren imponierend und seine Kenntnis der alten und neueren Musik geradezu erstaunlich. Für Krzysztof Meyer war es ein hochinteressantes, unvergeßliches Treffen.