Seit Herbst 2010 hat die Deutsche Schostakowitsch
Gesellschaft vier neue Ehrenmitglieder: die Witwe des Komponisten Frau
Irina Schostakowitsch und drei Dirigenten, deren künstlerische Tätigkeit
eng mit dem Schaffen des großen russischen Komponisten verbunden
war: Rudolf Borissowitsch Barschai, Gennadi Nikolajewitsch Roschdestwenski
und Kurt Sanderling.
Im November 2010 bei den "Rencontres mit Krzysztof Meyer" im
Pariser "Centre International de Documentation Dimitri Chostakovitch"
wurde Frau Irina Schostakowitsch die Urkunde der Ehrenmitgliedschaft überreicht.
Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft wollte somit Frau Schostakowitsch
für deren herausragenden Verdienste um die Popularisierung und Verbreitung
der Werke Schostakowitschs auszeichnen. Das von ihr großartig eingerichtete
Dokumentationszentrum in Paris ist öffentlich zugänglich, enthält
eine Fülle von Dokumenten, die von den CD-Einspielungen über
die Fachliteratur bis zu den Faksimiles der Partituren reicht, und verfügt
über einen schönen kleinen Konzertsaal, wo Konzerte regelmäßig
organisiert werden. Ein Besuch ins Centre de Documentation Chostakovitch
lohnt sich allemal. Frau Irina Schostakowitsch hat sich über die
Auszeichnung sehr gefreut.
Der deutsche Dirigent Kurt Sanderling (*1912) ist neben dem 2002 verstorbenen
Günter Wand der letzte direkte Nachfahre der deutschen romantischen
Schule. Er engagierte sich besonders für Werke Gustav Mahlers, Dmitri
Schostakowitschs und von Johannes Brahms. Mit Schostakowitsch war er bis
zu dessen Tod 1975 eng befreundet.
Krzysztof Meyer, Präsident der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft,
hat am 22. Dezember 2010 Kurt Sanderling besucht und ihm die Urkunde der
Ehrenmitgliedschaft überreicht. Das Treffen fand in seinem Berliner Haus
statt, in einer außerordentlich netten Atmosphäre. Der große
Künstler zeigte sich von der Auszeichnung berührt und beim langen
Gespräch erzählte sein Engagement und seine Liebe zur Schostakowitschs
Musik. Mit großer Leidenschaft sprach er über seine Lieblingswerke,
sowie über die persönlichen Kontakte mit dem Komponisten. Die
Gedanken und Meinungen des 99-jährigen Künstlers waren imponierend
und seine Kenntnis der alten und neueren Musik geradezu erstaunlich. Für
Krzysztof Meyer war es ein hochinteressantes, unvergeßliches Treffen.
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